Höchst interessant!!
In PS passt das Histogramm auch.
Unbenannt.JPG
Wie gibt es denn sowas???
Schräg... oder wirklich ein Einstellungsfehler in LR???
Gruß,
Alex
Aber zurück zum Thema, deine Histogramme zeigen nämlich, dass du EXR DR womöglich tatsächlich nicht komplett verstanden hast. Alle DR-Funktionen (ISO und EXR) dienen nämlich erst einmal nur dazu, die Lichter zu retten. Um Schatten geht es also zunächst gar nicht, denn Schatten sind per se nie verloren, sie werden nur mehr oder weniger stark komprimiert und können folglich mit jedem RAW-Konverter wiederhergestellt werden.
Es geht also nicht darum, ob man die Schatten wiederbekommt, sondern in welcher Qualität das passiert. Die Qualität der Schatten-Wiederherstellung hängt direkt um Grad der Dynamikkompression ab, sprich: je weniger komprimiert wird, umso mehr Tonwerte lassen sich im Schattenbereich sauber rekonstruieren und voneinander trennen, und desto weniger Rauschen und Störungen treten dabei auf. Ob diese Kompression nun über ISO DR (also Unterbelichtung von 1-2 EV durch die Kamera) passiert oder durch eine manuelle Unterbelichtung (sprich sorgfältiger Belichtung auf die Lichter), ist dabei gleichgültig, denn am Ende steht immer das "Fülllicht", für das es früher bei Adobe einen eigene Regler gab. Der eingebaute JPEG-Konverter der Kamera fügt dieses Fülllicht in Form einer automatischen TWK vollautomatisch ein. Also auch hier nichts Neues, alle machen im Endeffekte das gleiche, nur der Grad der Automation ist unterschiedlich.
EXR DR unterscheidet sich von dieser Methode grundlegend dadurch, dass es zu keiner Kompression der Schatten kommt, weil die Schatten von einer zweiten Sensorhälfte länger belichtet werden als die Lichter. Wobei es tatsächlich (siehe oben) natürlich genau umgekehrt zu verstehen ist (allerdings mit demselben Ergebnis), nämlich: Die Lichter werden kürzer (bzw. weniger empfindlich) belichtet als die Schatten und dadurch "gerettet". Infolgedessen müssen die Schatten nicht zugunsten der Lichter nach links ausweichen und komprimiert werden, sondern sie werden in einem Empfindlichkeitsbereich des Sensors aufgezeichnet, der mehr Tonwerte und weniger Rauschen aufweist als der um 1-2 EV darunter liegende Bereich, in den man diese dunklen Tonwerte normalerweise verschieben und komprimieren müsste, wenn man die Lichter auf traditionelle Weise rettet.
Es ist also nur eine Frage der Physik (und weniger des Glaubens), dass EXR DR zu bildtechnisch besseren (im Sinne von störungsärmeren/tonwertreicheren) Ergebnissen im Schattenbereich führt als eine gleich starke traditionelle Dynamikkompression. Dies gilt allerdings nur für einen bestimmten ISO-Bereich, deshalb stellen EXR-Kameras wie die X10 ab ISO 800/DR400 oder ISO400/DR200 auf EXR SN um und verwenden anstatt EXR DR dann ISO DR. Hintergrund ist hier offenbar die durch Tests/Messungen gewonnene Erkenntnis, dass EXR SN eine stärkere bildverbessernde Wirkung zeigt als EXR DR. Die Kamera verbindet dann also EXR SN mit ISO DR und hebt die Schatten mit der gleichen Methode an wie du im Photoshop, reduziert dabei jedoch das auftretende Bildrauschen mit EXR SN. Das Ergebnis sind Bilder, die im Lichterbereich nahezu rauschfrei sind (dank SN und einer tatsächlichen ISO-Verstärkung der Lichter um meist nur 1 EV), während die Störungen im Schattenbereich ausgeprägter sind. Fuji findet aber wohl zurecht, dass es bei ISO 800 besser ist, das dazu gehörenden ISO-800-Rauschen nur in den Schattenpartien zu haben und nicht im gesamten Bild. Zumal die Kamera nicht wissen kann, sie sehr der Fotograf diese Schatten überhaupt aufdrehen will. Womöglich steht er (wie du in einigen der Beispiele) auf deutliche Kontraste, und das Rauschen versinkt einfach im dunklen Schwarz.
Wäre ich bei der X10 ein reiner RAW-Shooter (bin ich nicht, für sowas habe ich den X-Mount-Kram, aber könnte ja sein), dann würde ich die Kamera auf DR100 stellen, ETTR belichten und ab ISO 200 stets Größe M verwenden, also M-RAWs mit EXR SN erzeugen. Diese RAWs sind detailreich, störungsarm und gutmütig, was ihre Weiterverarbeitung angeht.
Geändert von flysurfer (14.11.2012 um 19:49 Uhr)
huch, da habe ich ja eine diskussion "losgetreten", die ich eigentlich nicht im sinn hatte ..
ich verweise mal auf den ersten satz meines ersten postings hier in diesem thread .. :-)
bald habe ich ja wieder eine kamera mit EXR und da schaue ich mir das mal an im detail in extremsituationen was es "heisst" L oder M.
ansonsten immer schön ETTR und auchmal auf das motiv schauen .. und dann gucken wat der ball macht ;-)
**friede**
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Der von Schlami gepostete Test einer XF1 ist auch wieder ein gutes Beispiel für jemanden, der einerseits keinen blassen Schimmer hat, wie das, was er da testet, funktioniert, andererseits aber sehr gute Fotos macht. Immerhin hat er erkannt, dass ACR schlechtere Ergebnisse liefert als der eingebaute Konverter, ansonsten allerdings blamiert sich der Herr nach Strich und Faden, ohne es selbst zu merken und wünscht sich Features, die die Kamera längst hat - er hat sie nur nicht gefunden und/oder begriffen. Traurig, peinlich, ärgerlich - und doch tatsächlich der Normalzustand bei Tests von EXR-Geräten. Für mich ein weiterer Beleg dafür, dass Fuji diese Technik aufgeben wird. Nicht etwa, weil sie nicht funktioniert, sondern weil sie den angeblichen Experten offensichtlich unbegreiflich ist. Siehe Review: The Fuji FinePix XF1
Wobei Fuji es nicht besser macht. Auf der englischen EXR-Website wird EXR DR als Feature für sich bewegende Motive empfohlen. Geht's noch? Gerade bei denen gibt es logischerweise am meisten Probleme. Es wäre sicherlich hilfreich, wenn wenigstens der Hersteller sein eigenes Produkt verstehen würde, oder nicht?
Ich bin immer noch am hadern, ob ich nächstes Jahr ein EXR-Buch schreiben soll, fürchte aber, dass es bei Erscheinen keine hochklassigen EXR-Kameras mehr von Fuji gibt. Wer soll so ein Buch dann kaufen? Fragen über Fragen...
Feini.
Wer noch?
tja, bei einer Person wird´s wohl nur eine Serviettenvariante![]()
meine Bilder brauchen keine Schärfe
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